Es gibt auch Studien, die zeigen, dass ein Sinn im Leben das Gehirn auf Dauer gesund hält. Wie sehen Sie das?
Das ist richtig und ein Faktor, den viele nicht kennen. Dazu gibt es sehr gute Statistiken: Wer religiös ist oder spirituell, der hat größere Chancen, älter zu werden, und sein Demenzrisiko ist geringer. Das gilt vor allem bei religiös aktiven Menschen. Da fragt man sich natürlich: Was heißt das? Was passiert da? Ist das jetzt ein Hinweis auf göttliche Intervention, oder was spielt da eine Rolle? Am Ende wissen wir es nicht, aber zwei Faktoren kennen wir: Das eine ist das Soziale. Religion findet eigentlich nie ganz allein statt, sondern bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein, sich dazugehörig zu fühlen und eben in der Regel auch in einer Gemeinde oder in einem Verbund von gleichgesinnten Menschen zu agieren. Das andere ist die Perspektive, die Sinngebung. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit ist sehr wichtig – und auch in Beziehung zu anderen Menschen zu leben.
Herr Professor Kempermann, Altern des Gehirns spezialisiert.
bron: FAZ, 13.05.2026
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