Kinder finden geheimnisvollen Goldschatz im Wald. Was die Freimaurer damit zu tun haben
Bild, 04.07.2026
Aschaffenburg (Bayern) – Eine alte Plastiktüte mit schwerem Inhalt weckte die Neugierde einer ganzen Familie. Die drei Geschwister (7–10) waren mit ihren Eltern am Wochenende im Wald spazieren. Die Stelle war ihnen vertraut, weil sie werktags dort den Waldkindergarten besuchen. Sie spielten Schatzsuche. Aus dem Spiel wurde ein echtes Abenteuer.
In der Tüte war eine zweite Plastiktüte, darin ein Glas mit Schraubdeckel, in dem vor Jahrzehnten Diät-Obst verkauft wurde. Und darin: 60 Ringe und Schmuckstücke aus Gold, größtenteils aus hochwertiger 585er Legierung (14 Karat).
Dieser Ring zeigt offenbar ein Rad und einen Schlüssel. Das Rad wird in der Philosophie oft als Rad des Lebens gesehen, der Schlüssel steht für verborgenes Wissen Foto: Polizei BayernEine Schmuckgutachterin aus Baden-Baden (Baden-Württemberg) hat sich für BILD die Polizeifotos angeschaut und kommt zu einer vorsichtigen Schätzung. Manijeh Steiner zu BILD: „Es dürfte sich bei allen Stücken um ein Gewicht von 220 bis 280 Gramm handeln. Der reine Materialwert läge, wenn alle Stücke aus 585er Gold wären, in einem Bereich von 10.000 bis 20.000 Euro.“
Auch mit einer Freimaurerloge hat die Kripo Kontakt aufgenommen. Einige Schmuckstücke tragen eindeutige Symbolik der als Geheimbund geltenden Bruderschaft. Ein Ring zeigt das bekannteste Symbol, Winkel und Zirkel. Die Werkzeuge stehen, je nach Lehrart, für die vier Elemente – oder Aufrichtigkeit und Erkenntnis. Der Buchstabe „G“ für Gott oder die von Freimaurern verehrte Geometrie.
Winkel und Zirkel auf diesem Ring sind das Erkennungszeichen der Freimaurer. Der Buchstabe „G“ steht, je nach Lehrart, für „Gott“ oder „Geometrie“, die den Freimaurern heilig ist Foto: Polizei Bayern
„Nach unseren Erkenntnissen hat auch eine Kugel, die an einer Kette befestigt ist, freimaurerischen Hintergrund“, sagt Rosenberger. Neben dem Logen-Schmuck lagen in dem Glas auch gravierte Eheringe, der älteste von 1921, der jüngste von 1955.
„Meine erste Vermutung war, dass ein Bruder in der Nazizeit seinen Schmuck, vor allem mit der Freimaurer-Symbolik, versteckt hat und starb, ohne je sein Geheimnis geteilt zu haben“, sagt ein Freimaurer, der namentlich nicht genannt werden will. „Die Freimaurerei war unter den Nazis verboten. Dass der Schmuck auch aus den 50ern stammt, ist dabei aber ein weiteres Rätsel.“
Auch diese „Weltkugel“ soll nach den Ermittlungen der Polizei einen freimaurerischen Hintergrund haben Foto: Polizei Bayern
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