donderdag 21 mei 2020

Die geheimnisvollen unterirdischen Gänge im Süden Deutschlands

Im Süden Deutschlands gibt es ein unterirdisches System aus mehr als 700 Gängen, von denen niemand genau weiß, wer sie gegraben hat und zu welchem Zweck. TRAVELBOOK erzählt, wo sich die sogenannten „Erdställe“ befinden und was Forscher über sie wissen.
Von TRAVELBOOK | 15. Mai 2020, 05:25 Uhr
Dieses Foto zeigt einen Besucher in einem Erdstall in Schwandorf in Südbayern
Foto: riva Verlag/Armin Weigel/dpa/Corbis

Die unterirdischen Gänge verteilen sich über den gesamten Süden Deutschlands, aber auch in den Nachbarländern Österreich, Tschechien und Frankreich. Ihre Eingänge befinden sich an den verschiedensten Stellen: mal auf Friedhöfen, mal in Kirchen und unter Bauernhöfen, manchmal sogar mitten im Wald oder auf dem freien Feld.
Wie der US-Autor Daniel Smith in seinem Buch „Die 100 geheimsten Orte der Welt“ schreibt, wurden die Gänge erstmals im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von einem Benediktiner-Pater erforscht. Angelegt wurden sie demnach vermutlich zwischen 1000 und 1300 n. Chr., also im Hochmittelalter.
„Die Gänge sind unterschiedlich hoch und breit. Manche sind so eng, dass man nur auf allen Vieren hindurchschlüpfen kann, andere dagegen relativ breit und über 100 Meter lang“, schreibt Smith. In manchen Kammern seien Mühlsteine, Pflugscharen, Reste von Türen und Baumaterialien gefunden worden. Jegliche Lichtquellen fehlten, auch gebe es keinerlei Hinweise auf menschliche oder tierische Fäkalien oder auf Lebensmittelvorräte.

Diese Karte zeigt das Verbreitungsgebiet der Erdställe. In Deutschland finden sich die meisten der Gänge im südöstlichen Bayern.
Foto: riva Verlag / SIAG Secure Infostore Ltd. Switzerland
Wozu dienten die „Erdställe“?Darüber kann nur gemutmaßt werden, da sie urkundlich kaum erwähnt wurden. „Unser heutiger Wissensstand reicht nicht aus, um die ursprüngliche Funktion der Erdställe zu entschlüsseln“, schreibt der im bayerischen Neukirchen-Balbini ansässige Arbeitskreis für Erdstallforschung e. V., der sich mit der Untersuchung der unterirdischen Gänge befasst.

Allerdings gebe es unterschiedliche Deutungsversuche von Forschern zu den rätselhaften Anlagen: „Die einen gehen davon aus, dass Erdställe als Zweckbauten angelegt wurden, also beispielsweise als Zufluchtsstätten, Verstecke oder Vorratsräume dereinst einer profanen Nutzung dienten. Andere Theorien nehmen hingegen an, dass diese unterirdischen Bauwerken als Kultstätten oder Sakralbauten im Zusammenhang mit vorchristlichen Ritualen oder aber hochmittelalterlichen Jenseitsvorstellungen geschaffen worden sind.“
Woher kommt der Name „Erdstall“?Der Name „Stall“ ist etwas irreführend, weil er heutzutage hauptsächlich als Bezeichnung für Gebäude zur Tierhaltung verwendet wird. Laut dem Arbeitskreis für Erdstallforschung hatte das Wort ursprünglich eine allgemeinere Bedeutung, etwa im Sinne von „Stelle, Standort oder Stätte“. „Erdställe sind demzufolge Stätten bzw. Räume, die in den Erdboden gegraben oder sogar aus dem anstehenden Gestein gemeißelt worden sind“, so der Arbeitskreis.
In Bayern ist daneben auch die Bezeichnung „Schratzelloch“ verbreitet, da die unterirdischen Gänge dem Volksglauben nach von Zwergen (auch Schraten, Schratzeln, Razeln oder Schranzen genannt) gegraben wurden.
 Wo man „Erdställe“ besuchen kann
Es gibt zwei Orte, an denen man einen Einblick in die rätselhafte Welt der Erdställe bekommen kann: Zum einen in Arnschwang in Südbayern nahe der tschechischen Grenze sowie bei der sogenannten Rabmühle in Stamsried, ebenfalls im Süden Bayerns. Da sich beide Orte in Privatbesitz befinden, ist eine Führung nur per E-Mail (info@erdstall.de) über den Arbeitskreis für Erdstallforschung möglich. Diese informiert Interessenten anschließend über die genaue Lage und die benötigte Ausrüstung für einen Besuch.
Eine Vielzahl anderer Erdställe ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr begehbar, da das Oberflächenmaterial sehr instabil ist. Viele der Gangsysteme sind den Forschern zufolge zudem in den letzten Jahrzehnten bei Baumaßnahmen zerstört worden, wobei „zahllose wichtige Informationen für immer verloren gegangen“ seien, die für die Lösung des Rätsels unerlässlich seien.
Diesen und 99 weitere spannende Orte finden Sie im Buch „Die 100 geheimsten Orte der Welt“ von Daniel Smith, erschienen am 12. Mai 2020 im riva Verlag, 19,99 Euro.


noot: deze week bezoek ik met officials m'n grotpartij die ik jaren geleden gekocht heb. Hoogstwaarschijnlijk behoorde de grot met een erdtstal toe aan de heren van Schirnding die het gebruikten in jaren van oorlog om van de ene zijde van de berg in de andere te komen.
Hoge bomen op de berg zorgen voor instabiliteit en ik wil dat enkele grote exemplaren weg gaan om dit cultuurhistorisch monument te behouden voor het nageslacht.

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